Zahnfüllungen und Materialien
Was gibt es? Plastische (direkte) FüllungenDie Anforderungen an ein Material zum Füllen der Zähne sind hoch: Dauernde Feuchtigkeit, große Temperaturunterschiede und teilweise extrem hohe mechanische Belastungen machen es der "Plombe", wie die Füllung im Volksmund auch genannt wird, nicht leicht. Schon früh erkannte man die mechanischen Vorteile von Metallen und verwendete Gold. Die Möglichkeiten, Goldfüllungen im Munde direkt herzustellen sind allerdings sehr begrenzt, kompliziert und aufwendig. Man suchte also nach einem Metall, das man bei Zimmertemperatur im Mund verarbeiten konnte, das aber trotzdem eine Endhärte hätte, die dem Kaudruck standhielt. Ergebnis dieser Suche war das Amalgam, das vermutlich in China bereits vor unserer Zeitrechnung entdeckt wurde. Für die Füllungen im sichtbaren Bereich, besonders in den Frontzähnen wurden nach zahlreichen Experimenten mit verschiedenen "Zementen" schließlich sogenannte Composites entwickelt, d.h. Materialien, die im Wesentlichen aus sehr kleinen Glaspartikeln und einem synthetischen Harz bestehen. Weiterentwicklungen bestanden in Variationen der Partikelgröße und Zusammensetzung, sowie aus Variationen der Harze. Laborgefertigte (indirekte) FüllungenFüllungen können auch im zahntechnischen Labor z.B. aus Keramik oder Gold auf einem Modell der Zähne hergestellt werden (Inlays) . Die Herstellung außerhalb der Dunkelheit und Feuchtigkeit der Mundhöhle und ohne Zeitdruck bietet die Möglichkeit einer äußerst hohen Genauigkeit und gesteigerten Ästhetik. Der Aufwand ist allerdings durch Abdrucknahme, die Notwendigkeit von Provisorien und zahlreiche Herstellungsschritte im Labor um ein Vielfaches höher als bei der Herstellung von plastischen Füllungen. Qualitätsmaßstäbe bei Zahnfüllungen?Nehmen Sie ein Stück Zahnseide in die Hand und versuchen Sie einen Zahnzwischenraum zu reinigen, der durch eine Füllung begrenzt wird. Kommt die Zahnseide nicht wieder glatt zum Vorschein, könnte das auf eine scharfkantige rauhe Oberflächenstruktur der Füllungsoberfläche im Zahnzwischenraum hindeuten. Hier lagert sich bakterieller Belag (Plaque) ab und führt zur Reizung und Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), meist erkennbar am Zahnfleischbluten. Daraus kann sich im schlimmsten Fall eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) mit Zahnlockerung und Zahnverlust entwickeln. Weiterhin sollte beim Einfädeln in den Zahnzwischenraum ein Druckpunkt, der sogenannte "Kontaktpunkt" überwunden werden müssen. Er verhindert, daß sich Speisereste zwischen den Zähnen festsetzen können. Ein wichtiges Qualitätskriterium für Zahnfüllungen ist die Größe des Randspaltes zwischen Füllung und Zahn. Durch einen sehr kleinen Randspalt ist die Möglichkeit für Bakterien durch diesen unter die Füllung zu gelangen sehr gering. Die rekonstruierte Kaufläche des Zahnes erhöht den Kaukomfort und hilft Schäden durch Knirschen an den Zähnen und im Kiefergelenk zu vermeiden. Je höher die Qualitätsansprüche, desto höher ist auch der Aufwand zur Herstellung solcher Füllungen.
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